Das Kalb im Blick: Kolostrummanagement | ||||||||||||
| Der Grundpfeiler einer erfolgreichen Kälberaufzucht wird bereits kurz nach der Geburt des Kalbes durch ein gutes Kolostrummanagement gesetzt. Denn für den ersten Immunschutz ist das neugeborene Kalb auf die Antikörper aus dem Kolostrum angewiesen.
Ein gutes Kolostrummangement sollte daher die 3 Q’s berücksichtigen: Quickly - Quality - Quantity
In den ersten Wochen nach der Geburt bleibt die Milchtränke die Hauptnährstoffquelle für die Kälber. Neben der Erstversorgung mit Kolostrum entscheiden auch die weiteren Mahlzeiten innerhalb der ersten Lebenstage über den Erfolg der Aufzucht und die Qualität der Kälber. Der Magen-Darm-Trakt neugeborener Kälber reift nach der Geburt schnell heran, da er sich auf schnelle Aufnahme vieler Nährstoffe einstellt. Gerade in den ersten Tagen hat das Kalb einen vergleichsweise hohen Energie- und Proteinbedarf. Es gilt daher die Reifung und Entwicklung des Magen-Darm-Trakts zu fördern! Innerhalb der ersten fünf Laktationstage der Kuh verändert sich die Zusammensetzung der Milch. Die sogenannte Transitmilch enthält im Vergleich zur Vollmilch (ab dem sechsten Gemelk) mehr Protein und Fett, mehr Immunglobuline und mehr bioaktive Stoffe, die den Zellstoffwechsel und die Entwicklung der Organe fördern. Unterschiedliche Versuche zeigen, dass die Fütterung von Transitmilch (2. bis 5. Laktationstag) nachweislich zu einer Verbesserung der Wachstumsraten bei Kälbern geführt hat. Dieser Effekt trat auch dann auf, wenn nicht die Transitmilch des eigenen Muttertiers an die Kälber vertränkt wurde. Dabei stellten die Forscher hauptsächlich fest, dass die höhere Konzentrationen an Immunglobulinen und Stoffen wie insulinähnliche Wachstumsfaktoren (IGF1) in der Transitmilch zu einer stärkeren Ausdifferenzierung der Darmzellen und führte. Daraus folgt eine größere Darmoberfläche die zur Nährstoffaufnahme zur Verfügung steht. Kälber, die mit Transitmilch getränkt wurden, konnten ihr Geburtsgewicht früher verdoppeln als Kälber, die mit Milchaustauscher getränkt wurden. Der Darm ist eines der größten inneren Organe und stellt mit der Darmschleimhaut das erste Hindernis für aus der Umwelt eindringender Krankheitserreger dar. Eine dichte, ausgewogene Besiedlung der Darmschleimhaut mit nicht-pathogenen Darmbakterien unterstützt daher die Tiergesundheit und verhindert Krankheitseinbrüche. Zwar können Immunglobuline nach den ersten 6 Stunden die Darmwand nicht mehr überwinden, doch zeigt sich die Wirkung der Immunglobuline auch im Darm selbst. Das Vertränken der Transitmilch kann daher einen wichtigen Beitrag zur Gesunderhaltung und Entwicklung des Immunsystems junger Kälber leisten. In der Praxis ist auch eine Mischung aus Transitmilch und Milchaustauscher denkbar, um Arbeitsschritte zu reduzieren. Dabei sollte jedoch darauf geachtet werden, dass das Mischungsverhältnis, die Trockenmasse und die Tränketemperatur immer gleich bleiben. Bei einigen Milchtaxis besteht die Möglichkeit, dies auch technisch mit wenig Aufwand zu lösen. Nur so können langfristig Durchfallerkankungen vermieden und qualitativ hochwertige Kälber aufgezogen werden.
Quellen:
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