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Dürregeschädigten Mais silieren – Welches Siliermittel?
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Dürregeschädigten Mais silieren – Welches Siliermittel?. Erinnern Sie sich an Anfang August 2018? Damals titelte die Fachpresse: „Aufgrund der in diesem Ausmaß nie dagewesenen Situation, beginnt die Maisernte außergewöhnlich früh“. In diesem Jahr könnten extreme Hitze und Trockenheit zu einer noch früheren Ernte von kolbenarmem oder sogar kolbenlosem Mais zwingen. Die Bestände sind aktuell sehr unterschiedlich. Während im Raum Prüm noch einzelne Gewitter üppige Niederschläge bescherten, gingen die Regionen Bitburg, Trier und Wittlich nahezu leer aus. Mit dem passenden Siliermittel ist auf die veränderte Qualität des Siliergutes zu reagieren. Siliermittel Oberstes Ziel bei dürregeschädigtem Mais ist eine schnelle pH-Wert Absenkung durch biologische Siliermittel mit homofermentativen, milchsäurebildenden Bakterien. Als stärkste Säure im Silierprozess senkt die Milchsäure den pH-Wert besonders schnell ab und trägt damit entscheidend zur Konservierung bei. Nach dem Öffnen des Silos schützt Essigsäure gegen Nacherwärmung (aerobe Stabilität). Sie wird durch heterofermentative Milchsäurebakterien gebildet. Mittel der Wirkrichtung 2 (WR 2) können sowohl Milch- als auch Essigsäure bilden, die beide dringend benötigt werden. Der natürliche Besatz an Milchsäurebakterien auf den Maispflanzen wird in diesem Jahr trockenheitsbedingt eher gering sein, denn die Bakterien benötigen neben Wärme ausreichend Feuchtigkeit, um sich auf der Pflanze zu vermehren. Zudem enthält kolbenloser Mais mit grüner Restpflanze sehr viel Zucker. Es fehlt die Umlagerung zur Stärke im Kolben. Homofermentative Milchsäurebakterien „fressen“ den Zucker und Milchsäure entsteht. Das Mittel sollte also schwerpunktmäßig milchsäurebildende Bakterien enthalten. Produkte, die das Öffnen der Miete bereits nach zwei Wochen erlauben, enthalten mehr Essigsäurebildner, die für grünen Mais ohne Kolben eher nicht in Frage kommen. Auf die Einsatzempfehlungen des Herstellers hinsichtlich des TS-Gehaltes des Erntegutes ist zu achten. Je ungünstiger die Bedingungen bei Silierung und Entnahme sind – beispielsweise bei vertrocknetem, kolbenarmem oder kolbenlosem Mais –, desto eher stoßen biologische Siliermittel an ihre Wirkungsgrenzen. Für derartige Fälle sollten chemische Siliermittel eingesetzt werden, auch wenn diese mit höheren Kosten verbunden sind. Sie senken den pH-Wert sofort ab. Einige chemische Produkte weisen zusätzlich zur WR 2 (Stabilität nach Öffnen) auch WR 1, Verbesserung der Vergärung aus, d.h. sie senken den pH-Wert sofort ab. WR 1 a steht für schwer und WR 1 b für mittelschwer silierbares Futter. Kombinationsprodukte aus Milchsäurebakterien und chemischer Verbindung sind ebenfalls auf dem Markt. Zur Einordnung der Bestände hier die Entscheidungshilfe von Florian Bares, DLR Eifel: Trockenstress im Mais - Schon häckseln oder noch warten? Entscheidungshilfe für die Praxis. Wer im oberen Bereich der Miete immer Probleme mit Nacherwärmung hat, für den kann oben chemisch und unten biologisch die Lösung sein. Bei der Wahl des Siliermittels unterstützt die DLG-Seite: DLG Siliermittel Entscheidungshilfe Mais, (im Internet unter siliermittel.dlg.org, Zugriff 29.07.2026) Letztlich sollte die Entscheidung zusammen mit dem Berater der Anbieterfirma erfolgen. Es werden mehr Einzelfallentscheidungen als in normalen Jahren nötig sein. Eine reibungslose Zusammenarbeit mit dem Lohnunternehmer wird durch eine frühzeitige Information über das ausgewählte Siliermittel sichergestellt. Die Laboranalyse mit Bestimmung der Gärqualität sollte zur Erfolgskontrolle beim Einsatz von Siliermitteln Standard sein.
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