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Futterknappheit – Bei den Jungrindern sparen?
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Futterknappheit – Bei den Jungrindern sparen?. In vielen Betrieben gehört der sorgenvolle Blick auf die Futtervorräte nach dem Dürresommer und den bisher mäßigen Niederschlägen zum Tagesgeschäft. Fehlende Niederschläge im aktuellen Jahr zwingen erneut zum strickten Haushalten mit den Reserven. Birgit Köppchen vom DLR Eifel geht der Frage nach, ob und ab welchem Alter die Strohfütterung beim Jungvieh als Alternative zu Gras- und Maissilage möglich ist. [Das Wichtigste für den eiligen Leser] Eine Winterfutterplanung sollte erstellt werden, um Futtervorrat und -bedarf zu ermitteln. Rationsberechnungen sind für alle Entwicklungsabschnitte der Jungrinderaufzucht erforderlich. Jungrinder bis 6 Monate: „Das Beste ist gerade gut genug“. In dieser Phase kann nicht gespart werden. Futtergrundlage ist parallel zur Tränkephase eine Trocken-TMR (Eigenmischung/Fertigmischung aus dem Handel). Sofern passend, wird die Ration der Laktierenden gegeben. Die frühe Gewöhnung an Geruch und Geschmack des Festfutters erleichtert die spätere Futterumstellung. Ab der ersten Woche Wasser anbieten, um die Futteraufnahme zu erhöhen. Rinder von 7 bis 12 Monaten: Klassische Gras- Maissilagefütterung mit Kraftfutter. Im Betrieb vorhandene Rationen durch Verschneiden an den Bedarf anpassen. Luxuskonsum und Verfettung vermeiden. Rinder 13 bis 24 Monate: Die Fütterung mit Stroh und Kraftfutter anstelle von Gras- und Maissilage ist möglich. Die Mischung besteht neben Stroh aus geschrotetem Getreide, Rapsextraktionsschrot, Melasse, Mineralfutter und Futterkalk. Das Mineralfutter ist bei der Strohfütterung erforderlich, da keine Vitaminzufuhr über Grassilage erfolgt. Das Stroh muss weich, hygienisch einwandfrei und zerkleinert (Strohmühle) sein. Große Strohmengen müssen gefressen werden. Sie dürfen nicht als Futterrest im Trog verbleiben. Die Futteraufnahme zu gewährleisten, stellt eine enorme Herausforderung dar. Hohe Kosten der Stroh-, Kraftfutterfütterung: 1,23 € bei 350 kg LG bis 1,90 €/ Tier und Tag am Ende der Aufzucht sind zu kalkulieren. Praktiker berichten nach dem Winter 2018/19 von gesunden, frohwüchsigen Rindern mit einer Stroh-, Kraftfutterfütterung. [Ziele der Jungrinderaufzucht] Als Ergebnis ist eine gesunde, frohwüchsige Färse und somit eine leistungsbereite Milchkuh erwünscht. In den einzelnen Wachstumsphasen sind die Ansprüche an den Energie-, Protein- und Mineralstoffbedarf sehr verschieden. Sie sind mit den arbeitswirtschaftlichen und haltungsspezifischen Bedingungen im Betrieb in Einklang zu bringen. In der Praxis sind Kompromisse an der Tagesordnung, denn nicht jeder Altersabschnitt kann einzeln gefüttert werden. Es gilt, vorhandene Rationen auf die Bedarfswerte des Jungviehs anzupassen und möglichst mit einer, eigens für das Jungvieh gemischten Ration, auszukommen. Homogene Gruppen hinsichtlich Alter und Gewicht erleichtern die bedarfsgerechte Versorgung. Rationsberechnungen vermitteln ein Gefühl für den Energie-, Protein und Mineralstoffbedarf. Wird aus Gründen der Futterknappheit von klassischen Fütterungskonzepten abgewichen, so ist eine Überprüfung der Bedarfsdeckung mittels Rationsberechnung unabdingbar. Beim Einsatz von Stroh mit einem Energie- und Proteinergänzer ist das der Fall. Die Erfahrung zeigt, dass die benötigten Mengen oftmals unterschätzt werden. Die Intensität der Fütterung hängt von der Rasse, dem angestrebten Erstkalbealter und dem Leistungsniveau der Herde ab. Im Folgenden werden Deutsche Holsteins, Erstkalbealter 24 bis 26 Monate und eine Milchleistung von 9.000 kg unterstellt. Wissenschaftlich korrekt ist bei der Jungviehaufzucht die Angabe des Energiebedarfes als Umsetzbare Energie (MJ ME). Die gebräuchlichere Energieangabe MJ NEL wird ergänzend aufgeführt. [Jungrinder bis 6 Monate] In dieser Zeit wird der Grundstein für das Körperwachstum, die Ausbildung der Organe und die Entwicklung der Euteranlage gelegt. Diese Wachstumsphase erlaubt keine Kompromisse. Qualitativ hochwertige Futtermittel in ausreichender Menge sind vorzulegen. Das Beste ist gerade gut genug. Tägliche Zunahmen von 800-900 g sind ideal. Bis zum Ende des 6. Monats werden 220 kg Lebendmasse und eine Trockenmasseaufnahme von mindestens 6,0 kg/Tier /Tag angestrebt. Die Trocken-TMR, die bereits während der Tränkephase gegeben wird, hat inzwischen in vielen Betrieben Einzug gehalten. Sie bietet nicht nur arbeitswirtschaftliche Vorteile, sondern hilft bei einem Kraftfutteranteil von 80%, Grundfuttermittel zu sparen. Die Bestandteile sind weniger schnell verderbliche, trockene Komponenten wie Heu oder Stroh, Körnermais, Gerste, Weizen, Sojaextraktionsschrot, Leinschrot und Mineralfutter. Melasse wird zum Benetzen und Anhaften des Kraftfutters an das Grobfutter appliziert. Das Grobfutter sollte etwa 2-3 cm kurz geschnitten sein. Eine Eigenmischung für mehrere Wochen auf Vorrat ist möglich. Die Kosten für die Futtermittel belaufen sich auf etwa 28-33 €/dt. Zwecks Stabilisierung kann Propionsäure zuggesetzt werden. Zielt man auf eine rasche Gewöhnung an das Futter ab, sollte es bereits ab dem 2. Lebenstag angeboten werden. Die täglich frische Vorlage wirkt sich positiv auf die Trockenmasseaufnahme aus. Die Neumühler Trocken-TMR hat einen Energiegehalt von 12,0 ME MJ (7,5 MJ NEL) und 170 g Rohprotein/kg TM. Die Kälber nehmen bereits ab der 3. Lebenswoche von der Mischung knapp 500 g TM/Tier/Tag auf und fressen damit mehr als bei getrennter Vorlage. Der Handel bietet fertige Mischungen in Big Bags (ca. 58 €/dt) an. Länger als 4 Monate wird die Trocken-TMR aus Kostengründen selten gefüttert. Bereits zum Ende der Tränkephase kann parallel zur Trocken-TMR die Ration der Laktierenden angeboten werden. Das ermöglicht eine gleitende Futterumstellung. Statt einer Trocken-TMR wird in vielen Betrieben die Ration der Laktierenden gefüttert. Sie deckt sich mit dem Empfehlungen, sofern sie eine Energiegehalt von 10,8 MJ ME (6,7 MJ NEL) und 160 g Rohprotein/kg TM aufweist. Energetisch reicht diese Ration für 30 kg Milch. Niedriger ausgelegte Trogrationen sind durch Kraftfutter zu ergänzen. Im Zuge der Diskussion stickstoffreduziert zu füttern, werden Absenkungen im Proteingehalt bei den Laktierenden angestrebt. In der Jungrinderfütterung kann auf das Protein allerdings nicht verzichtet werden, da es unabdingbar für den Muskelaufbau ist. Zusätzlich ist der Calciumbedarf der wachsenden Tiere höher, so dass eine Ergänzung mit Futterkalk und/oder Mineralfutter erforderlich ist. Einbrüche bei der Futteraufnahme nach dem Absetzen sind durch frühzeitige Gewöhnung an die Mischungen zu vermeiden. Dazu ist die Ration während der Tränkephase in kleinen Portionen täglich frisch anzubieten. Die gefressenen Mengen spielen sich anfangs im homöopathischen Bereich ab. Allerdings ist der positive Effekt der frühzeitigen Gewöhnung an Geruch und Geschmack nicht zu unterschätzen. Die Haltungsform hat wesentlichen Einfluss auf den Nährstoffbedarf, die Futteraufnahme und somit auf die Entwicklung der Tiere. Vollspalten erfordern einen höheren Energiebedarf. Die Tiere liegen weniger und benötigen im Winter mehr Energie zur Thermoregulation. Selten beherzigt wird die Empfehlung, Tränkewasser bereits ab dem 2. Lebenstag bereit zu stellen. Untersuchungen aus den USA zeigen, dass Kälber mit sofortigem Wasserangebot ein verbessertes Körperwachstum aufweisen. Das Wasser fördert nach Ihren Erkenntnissen die Pansenentwicklung durch höhere Nähstoffverfügbarkeit. [Rinder von 7 bis 12 Monaten] Ab dem 7. Monat, bei einem Körpergewicht von etwa 250 kg und Tageszunahmen von 850 g, beginnt die Geschlechtsreife. Der Proteinbedarf liegt bei 140 g/kg TM, die tägliche Trockenmasseaufnahme pro Tier bei 6,1 bis 7,8 kg am Ende des Gewichtsabschnittes. Die Energiezufuhr sollte auf 10,5 bis 9,5 MJ ME (6,4 bis 5,9 MJ NEL) reduziert werden, um eine Verfettung zu vermeiden. Die Umstellung auf Strohfütterung ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht anzuraten. Welche bereits im Betrieb vorhandene Ration passt nun für den Altersabschnitt ab 7 Monate? Die Anforderungen an den Energiegehalt sind höher, als beim ersten Abschnitt der zweiphasigen Trockensteherfütterung. Je nach Körperkondition der Kühe reichen hier 5,4-5,8 MJ NEL /kg TM. Die Anfütterung, zwei Wochen vor dem Kalben, ist mit 6,5 bis 6,7 MJ NEL/kg TM energetisch zu hoch für die Jungrinder ausgelegt. Entweder muss die Mischung der Frühtrockensteher mit Kraftfutter aufgewertet oder die Ration der Vorbereiter mit kurz gehäckseltem Stroh oder Heu verdünnt werden. Die einphasige Trockensteherration ab 5,9 MJ NEL kann im Einzelfall passen. Ein Ausgleich mit Calcium ist in der Regel nötig, da die Fütterung der Trockensteher aus Gründen der Milchfieberprophylaxe calciumreduziert erfolgt. [Rinder von 13 bis 24 Monaten] Dieser Lebensabschnitt beginnt bei einer Lebendmasse von etwa 350 kg. Ist ein Gewicht von 390-420 kg erreicht, erfolgt die Besamung. Sie ist idealerweise bis zu einem Alter von 15 Monaten abgeschlossen. Es ist darauf zu achten, dass die Tiere nicht zu fett werden. Die Tageszunahmen liegen bei 750 g/Tier. Die Trockenmasseaufnahmen bewegen sich am Anfang bei 6,8-7,8 kg pro Tier/Tag und am Ende des Altersabschnittes bei bis zu 10,5 kg. Der Energiebedarf liegt bei 9,5 bis 10,2 MJ ME (5,9 bis 6,3 MJ NEL). Der Proteinbedarf bei 120-140 g/kg TM. Jetzt ist eine Umstellung auf die Strohfütterung möglich. Die Mischung besteht hauptsächlich aus Stroh und einem Energie- und Proteinergänzer. Eine bedarfsgerechte Ration kann durchaus 50 % an Kraft- und Proteinfutter pro kg Trockenmasse erfordern. Dieses Konzept ist auch in Betrieben ohne Futtermischwagen umsetzbar. [Was ist bei der Auswahl der Komponenten zu beachten?] Stroh: Erwünscht sind mikrobiologisch beste Qualitäten, frei von Verderb anzeigenden Hefe-, Schimmel- und Schwärzepilzen. Für Wintergerstenstroh dürfte das aufgrund der trockenen Witterung in diesem Jahr durchweg der Fall sein. Weiches Hafer- und Gerstenstroh ist gegenüber Weizen- oder Triticalestroh zu bevorzugen. Im Nährstoffgehalt unterscheiden sich die Stroharten nur wenig. Das Stroh sollte mittels Strohmühle gemahlen oder sehr kurz gehäckselt sein. Längen bis maximal 2,5 cm sind ideal, um die erforderliche Futteraufnahme zu gewährleisten. Andernfalls besteht die Gefahr, dass die gerechneten Mengen nicht gefressen werden und zu viel Stroh im Trog verbleibt. Versuche mit 1,5 cm langem Stroh belegen, dass die Futteraufnahme im Vergleich zu mit Häckselvorsatz gepresstem Stroh um 10 bis 15% ansteigt. Die gerechnete Ration entsprach der gefressen Mischung und damit dem erforderlichen Nährstoffbedarf. Um einen Überblick zu bekommen, welche Strohmengen tatsächlich gefressen werden, empfiehlt es sich, einen Ballen zu wiegen. Während die Jungrinder bei 350 kg Lebendgewicht rechnerisch 3,4 kg Stroh/Tier/Tag fressen, sind es am Ende bei einer Färse von 600 kg Lebendgewicht 5,3 kg/Tier/Tag. Es ist eine große Herausforderung, diese Futteraufnahme zu realisieren. Deshalb kann nicht oft genug betont werden, wie wichtig eine ausreichende Zerkleinerung des Strohs ist. Kraftfutter: Eigenes, geschrotetes Getreide ist aus Kostengründen vorteilhaft. Wird ein Mischfuttermittel zur Energieergänzung eingesetzt, ist die Mehlform zu bevorzugen, um in Verbindung mit dem kurz gehäckselten Stroh und der Melasse ein Anhaften zu gewährleisten. Der Einsatz des Milchleistungsfutters der Laktierenden mag aus arbeitswirtschaftlichen und logistischen Gründen nahe liegen, ist aber aus Kostengründen nicht zu empfehlen. Diese Futter sind in der Regel durch hohe nXP-Werte (Protein am Darm) teuer. Die Jungviehrationen sind eher am N-Bedarf der Pansenmikroben auszurichten, so dass die Empfehlungen zur Versorgung auf Basis Rohprotein gegeben werden. Proteinfutter: Rapsextraktionsschrot ist gut geeignet und hat sich in vielen Milchkuhrationen etabliert. Betriebe, die bisher keine Erfahrung mit damit haben, sind häufig skeptisch. Früher beeinträchtigten Glucosinolate (Senföle) die Futteraufnahme. Inzwischen gehören glucosinolatarme Sorten zum Standard, so dass der Einsatz bedenkenlos möglich ist. Melasse: Aus Gründen der Schmackhaftigkeit, der Bindungsfähigkeit und somit der Verhinderung von selektivem Fressen ist Melasse einzusetzen. Der Behälter ist an einem Ort zu lagern, der auch in kühleren Jahreszeiten die Fließeigenschaft gewährleistet. Wird ohne Futtermischwagen gearbeitet, kann ein Ballen von beispielsweise 280 kg mit etwa 20 Liter Melasse eingeweicht werden. Die Melasse ist besser zu verteilen, wenn sie mit Wasser gestreckt wurde. Mineralfutter: Meist kann auf Phosphor im Mineralfutter verzichtet werden. Über das Getreide und das Rapsextraktionsschrot ist der Phosphor-Bedarf mehr als gedeckt. Die Vitaminversorgung wird zusätzlich durch das Mineralfutter gewährleistet. Bei der klassischen Jungviehfütterung werden Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente zu einem großen Teil über die Grassilage geliefert. Futterkalk: Die Tiere befinden sich im Wachstum. Zum Aufbau der Knochen ist Calcium erforderlich. Um nicht das teurere Mineralfutter in der Einsatzmenge zu erhöhen, kann Futterkalk als preiswerte Alternative zum Einsatz kommen. Die Futterumstellung auf Stroh sollte, entgegen üblicher Rationsumstellungen, radikal erfolgen. Wird zusätzlich Heu oder Silage angeboten, fressen die Tiere die Strohration nicht. Deshalb gelingt auch die Kombination Futterreste der Laktierenden mit Strohfütterung nicht. Ein Fütterungssystem ist konsequent bei zu behalten, um Einbrüche bei der Futteraufnahme durch Futterwechsel zu vermeiden. Stressige Maßnahmen wie das Umstallen sollten nicht zusammen mit dem Rationswechsel erfolgen. Bei der Haltung auf Vollspalten gilt es zu Bedenken, dass der Kot deutlich fester wird. In Verbindung mit dem Stroh, welches aus dem Trog auf die Spalten gelangt, kann die Fließfähigkeit der Gülle an ihre Grenzen geraten. [Futterkosten] Die Futtermittelkosten der Strohfütterung für ein Rind mit 350 kg Lebendgewicht und 750 g Tagezunahmen liegen bei etwa 1,23 €/Tier/Tag und erhöhen sich bis zum Ende der Aufzucht auf etwa 1,90 €/Tier/Tag. Eine im Energie- und Proteingehalt vergleichbare Ration mit einer qualitativ durchschnittlichen Gras- und Maissilage (50%/50%) kostet ab 350 kg Lebendgewicht etwa 1,00 €/Tier/Tag und am Ende der Aufzucht 1,59 €/Tier/Tag. Die Kosten der Silagen sind dem Rinderreport 2018 für Rheinland-Pfalz/Saarland entnommen. Es handelt sich um Vollkosten (mit Faktorkosten Zins- und Lohnansatz). Der Report weist Futterkosten von durchschnittlich 1,43 €/Färse/ Aufzuchttag über die gesamte Aufzuchtdauer aus. [Fazit] Eine Winterfutterplanung für den gesamten Rinderbestand verschafft einen Überblick über die Futtervorräte und den Futterbedarf. Die Strohfütterung für das Jungvieh stellt eine Notlösung bei unzureichenden Grundfuttervorräten dar, weil die Laktierenden bei der Versorgung oberste Priorität genießen. Das Konzept funktioniert nicht, wenn die Kraftfuttermittel gefressen und das Stroh im Trog verbleibt. Die erforderliche Futteraufnahme zu sichern hängt wesentlich vom Herdenmanagement und der konsequenten Tierbeobachtung ab. Die Rinder in den jeweiligen Altersabschnitten in optimaler Körperkondition zu halten ist das Ziel. Hilfsmittel wie das Bandmaß zur Messung des Brustumfangs oder der Messstock zur Ermittlung der Kreuzbeinhöhe erlauben eine recht genaue Schätzung der Tiergewichte. Betrachtet man die hohen Futterkosten, so wird deutlich, dass die Strategie der Strohfütterung nur greift, wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind. Praktiker, die ihr Jungvieh bereits während der Winterfütterung 2018/19 so gefüttert haben, berichten von einer gute Wachstumsentwicklung bei gesundem Erscheinungsbild. Der Kontakt mit dem Fütterungsberater zur Erarbeitung von Rationsvorschlägen für das Jungvieh ist unbedingt anzuraten. Die Futtermittel der Ration (Angaben pro Tier/Tag bei 750 g Tageszunahme) LG 350 kg (12 Monate)LG 600 kg (24 Monate) Futtermittel FM kg Stroh, Gerste 3,45,3 Gerste geschrotet1,52,3 Triticale geschrotet1,52,3 Rapsextraktionsschrot1,11,7 Melasse Zuckerrüben (flüssig)0,30,45 Mineralfutter (23/0/8/3,5)0,030,05 Futterkalk 0,060,06 Summe7,8912,16 LG = Lebendgewicht, FM = Frischmasse Die Kennwerte der Ration LG 350 kg Kennwerte*[g/kg TM]RationSoll-Werte Trockenmasseaufnahme [kg Tier/Tag]6,86,6 – 7,0 ME (Umsetzbare Energie)10,110,1 MJ NEL 6,36,3 Rohprotein122120 Rohfaser min.224180 NDF** org max.3.3573.500 * Kennwerte der Ration in g/kg TM, außer TM-Aufnahme; bei 750 g/tägliche Zunahme: ** NDF = Neutral-Detergentien-Faser (Gerüstsubstanzen Zellwand); 10 g/kg Lebendmasse Die Mineralstoffe der Ration LG 350 kg Mineralstoffe [g/Tier/Tag]RationSoll-Werte Calcium3937 Phosphor 2519 Magnesium128 Natrium86 Kalium7063 * Empfehlungen g/Tag bei 350 kg Lebendgewicht und 800 g/Tag tägliche Zunahme gemäß GfE (2001)
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