Wirtschaftlichkeit der Schweinemast bei hohen Getreidepreisen (XLS, PDF)

Stand: 03/22/2011
Autor: Detlef Groß, Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Westerwald-Osteifel

In der Datei Dkfl_Mast (XLS oder PDF) wird aufgezeigt, wie sich die Wirtschaftlichkeit der Schweinemast derzeit je nach Schlachterlös, Ferkelkosten und Futterkosten darstellt.
Die niedrigen Ferkelpreise führen dazu, dass bei Mastfutterpreisen bis 24 EUR/dt fast immer eine positive Direktkostenfreie Leistung pro Mastschwein erreicht wird, bei höheren Schlachterlösen sogar recht ordentliche.
Bei 27 EUR/dt Futter (netto) ist dann mit Erlösen von 1,40 bis 1,50 EUR/kg Schlachtgewicht nur in Kombination mit Niedrigstpreisen von 30-40 EUR für die Ferkel (25-kg-Notierung) ein positives Ergebnis zu erzielen.
Erst bei Erlösen von 1,60 EUR/kg Schlachtgewicht sind auch bei Ferkelnotierungen von 50 EUR (25 kg) die Direktkostenfreien Leistungen in der Mast positiv.


Durch die gestiegenen Getreidepreise haben sich die Futterkosten in der Schweinemast drastisch erhöht
Was müssen Mastschweine und Ferkel kosten?
Bei bekannten Ferkel- und Futterpreisen kann man mit der Datei MPREIS07a (XLS oder PDF) kalkulieren, welche Verkaufspreise nötig sind, um die anfallenden Kosten in der Mast zu decken.
Bei einem Arbeitszeitbedarf von ca. 1 AKh/ Mastplatz und Jahr fällt ein Lohnanspruch von 6 EUR/Schwein an, bei Neubauten entstehen durch die gestiegenen Baukosten jährliche Festkosten von 45 EUR/Platz, also ca. 17 EUR/Schwein.
Bei einer Notierung von nur 30 EUR für das 25-kg-Ferkel reichen also selbst bei 27 EUR/dt Mastfutter Schlachterlöse von 1,53 EUR/kg SG, um eine Vollkostendeckung zu erzielen. Bei einer Ferkelnotierung von 40 EUR wären damit bei gleichen Futterkosten immerhin noch Direktkosten und Arbeitszeit voll bezahlt, wenn der Landwirt also mindestens diesen Preis für Schweine realisieren kann, sind auch bei den angenommenen hohen Getreidepreisen die Produktionskosten im Vergleich zum Getreideverkauf gedeckt, das heißt auch in der Mast hätte der Weizen 23 EUR/dt (ohne MWSt.) erbracht und die Gerste 21 EUR/dt und jede eingesetzte Arbeitsstunde wäre dennoch mit 15 EUR entlohnt.
Hingegen sind bei einer Notierung von 50 EUR für das 25-kg-Ferkel mit 1,53 EUR/kg SG gerade mal die Direktkosten gedeckt.
Somit wird auch klar, dass mit Ferkelpreisen, die für die Ferkelerzeuger bei den hohen Futterpreisen kostendeckend sind, langfristig nur wirtschaftlich gemästet werden kann, wenn die Schweinepreise sich auf 1,70 EUR/kg SG und darüber bewegen.



Trotz niedriger Ferkelpreise wurden wegen der hohen Futterpreise nicht alle Mastbuchten belegt






Durch die hohen Futterkosten hat sich die Erzeugung eines Ferkels
um 10 Euro verteuert





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